Was kostet ein Haus? Aufteilung Baukosten pro Quadratmeter beim Neubau

Wie kann ich Kosten sparen und trotzdem hochwertig bauen? Wie senke ich geschickt die Baukosten pro qm bei einem Wohnhaus? Das ist eine ganz entscheidende Frage beim Hausbau und gelingt nur ganz wenigen Bauherren, die einen wirklichen Durchblick und richtig viel Erfahrung beim Umgang mit einzelnen Gewerken und deren Kosten haben. 

Wir zeigen anhand von Beispielen, wie hoch die Baukosten bei einem Einfamilienhaus oder größeren Wohnhaus ausfallen und wo es immenses Potenzial für Einsparungen gibt.

Wer sein Haus kosteneffizient bauen will, muss von Beginn an bewusst und optimiert planen. Er muss die Kosten für alle Details kennen und nicht durch überteuerte Angebote verschiedener Firmen das Bau-Budget aus dem Ruder laufen lassen. 

Inhaltsverzeichnis Baukosten

Was kostet ein Hausbau?

  1. Wie schaffen wir möglichst viel Raum für möglichst wenig Rohbaukosten? 
  2. Wie groß soll das Gebäude in Quadratmetern überhaupt werden? 
  3. Wieviele Stockwerke (Vollgeschosse) soll es haben?
Baukosten pro Quadratmeter Keller - Smartest Home München
Am Anfang des Hausbaus steht der Aushub für den Keller . Er ist das teuerste Stockwerk eines Hauses.

Keller vs. Grundplatte: Immense Kostenersparnis?

Das teuerste Stockwerk eines Hauses ist der Keller! Was liegt also näher, als den Keller gleich wegzulassen und damit gleichzeitig den teueren Aushub, der je nach Lage (Hanglage, ebener Untergrund etc.) sehr aufwändig sein kann, einzusparen. Das sind je nach Größe des Baukörpers gleich einmal 50.000 bis 60.000 Euro.

Doch so einfach ist es nicht! Ein Haus mit Keller hat schnell einmal 30% mehr Nutzfläche als ein Haus ohne Keller. Die Mehrkosten belaufen sich bei einem Standard-Haus mit 150 bis 200 qm Wohnfläche auf lediglich 10% der Baukosten. Das ist zumindest unsere Erfahrung mit vielen Bauherren, die ihr Smart Home errichtet haben.

Vor allem in Gebieten wo der Grundstückspreis (Preis pro Quadratmeter Bauland) oberhalb von 800 Euro/qm oder noch höher liegt, dann macht die Errichtung eines Kellers immer Sinn. Warum ist das so? Weil dann meist keine Grundstücksfläche mehr zur Verfügung steht, um die verlorene Kellerfläche in die „Breite“ zu bauen. Schließlich muss für den nicht gebauten Keller eine Ersatzfläche geschaffen werden, die zum Beispiel Technikraum, Wäscheraum, Hauswirtschaftsraum und Fitnessraum enthalten.

Im Großraum München in Oberbayern, also die Stadt München selbst, im Landkreis München und z.B. in den Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck, Ebersberg und Miesbach – wo wir häufig unterwegs sind, macht die Errichtung eines Kellergeschosses immer Sinn. Denn im Großraum München liegen die Preise für Bauland oftmals jenseits der 1.000 Euro pro Quadratmeter

Übersicht: Was kostet ein Hausbau

Bauphase Baukosten pro Quadratmeter
Rohbau 900 Euro
Ausbau 450 Euro
Technik 350 Euro
Einrichtung/Ausstattung 300 Euro
Summe 2000 Euro

Die Frage stellt sich fast jeder Bauherr vor dem Hausbau: Was kostet ein Hausbau? Die obige Tabelle gibt einmal einen grundsätzlichen Überblick über die einzelnen Bauphasen und deren Baukosten pro Quadratmeter im Jahre 2020. Dabei müssen wir immer beachten, dass die Hausbau Kosten pro qm (Baukosten) in den vergangenen 10 Jahren um zirka 35 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig sind auch die Bauqualität und die Qualitätsansprüche der meisten Bauherren deutlich höher als noch vor 10 Jahren.
Hinzu kommt noch die sehr hohe Nachfrage nach Bauleistungen und die nach wie vor eingeschränkt verfügbare Anzahl an Fachkräften in Deutschland.
Zu den Details, was in den einzelnen Baukosten an Leistungen enthalten sind, kommen wir später.

Die vier grundsätzlichen Bauphasen

Den einzelnen Bauphasen ordnen sich bei jedem Hausbau die verschiedensten Gewerke unter. Gewerke sind Teilbereiche beim Hausbau, die je nach Grad der Ausstattung, dem gewünschten Komfort-Level und der Zukunftsfähigkeit (unser Thema KNX Smart Home!) etwas variieren können. Grundsätzlich sollte jeder individuelle Hausbau so wie in der Tabelle aufgeführt ablaufen. 

Bauphase dazugehörige Gewerke
Rohbau Aushub, Keller, Wände, Technikschacht, Treppen, Dach
Ausbau Bodenaufbau, Trockenbau, Fenster, Türen, Putz- und Malerarbeiten
Technik Elektroinstallation, Heizung, Sanitär, Lüftung, Solar, PV
Einrichtung Küche, Bäder, Beleuchtung, KNX-Sensorik

Die Bauphase „Einrichtung“ bzw. Ausstattung haben wir in unseren Beispielen mit Absicht etwas „kleiner“ gehalten, um innerhalb des Kostenrahmens von 2.000 Euro Baukosten pro Quadratmeter zu bleiben (siehe obige Tabelle). 

Preise für Bauland und Grundstück: 200 Euro bis 3500 Euro pro qm

Grundsätzlich haben die Baukosten nichts mit dem Preis für Bauland oder das Grundstück pro Quadratmeter zu tun. Allerdings ist bei der Entscheidung – ob der Hausbau mit Keller oder ohne Keller starten soll – der Quadratmeter Preis für das Grundstück ganz entscheidend. 

Denn es macht einen großen Unterschied, ob das Haus fernab einer starken Wirtschaftsregion entstehen soll oder in einem der teuren Landkreise in Oberbayern oder gar in München selbst.

Grundstückspreise Bauland München pro qm im Jahre 2020
In der Region München und Oberbayern macht ein Keller häufig Sinn: Hohe Bauland- und Grundstückspreise erfordern einen Keller für zusätzlichen Wohn- und Stauraum

Übersicht: Kellerarten und ohne Keller

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten ein Haus zu bauen: Ohne Keller nur mit einer Grundplatte (Bodenplatte), mit Keller außerhalb vom Grundwasser und innerhalb des Grundwassers.

Kellerbau Art Besonderheiten
Hochkeller außerhalb Grundwasser Baukosten normal
Keller im Grundwasser Baukosten erhöht
Grundplatte und kein Keller Baukosten niedriger
Baukosten pro Quadratmeter - Rohbau - Startest Home München
Rohbau mit Keller im Grundwasser: Schutz vor Wasser durch "schwarze Wanne" und "weiße Wanne"

Rohbau: Kosteneinsparung ohne Abstiche bei Bauqualität

Wohnfläche optimal wie möglich nutzen. Je einfacher und kompakter die Hausform ist umso günstiger wird es. Ein Gebäude ohne Vorsprünge ist günstiger als ein Haus mit vielen Vorsprüngen und Erkern. 

Baukosten pro Quadratmeter Rohbau Keller - Smartest Home
Durch gute Planung kann auch mit weniger Wänden ein großzügiges Haus entstehen
Baukosten pro Quadratmeter Rohbau Keller2
Ist der Grundstückspreis recht teuer, macht die Errichtung eines Kellers fast immer Sinn
  • Außenwände minimieren (Hausform, Erker und Dachgauben vermeiden)
  • Innenwände minimieren (Raumaufteilung, Architektur)
  • Innentüren minimieren, Badezimmer und Küche
  • offene Grundrisse: zusammengelegte Räume, Mehrfachnutzung, Verzicht auf Gänge helfen Baukosten zu sparen und auch Innenwände und Innentüren können damit eingespart werden.
  • Anzahl Stockwerke: Bungalow oder zweigeschossig ist auch eine Frage des Geldes: ein Stiegenhaus benötigt zusätzlichen Raum, wenn ebenerdig gebaut wird kann dieser gespart werden. Ebenso entfällt die Zwischendecke. 
  • Treppe: Außentreppen sind günstiger, wenn kein Treppenhaus herum gebaut wird und daher keine Wohnfläche in Anspruch genommen wird
  • Sanitäranlagen: geschickte Anordnung spart Kosten. Wenn Bäder und Küchen übereinander oder nebeneinander liegen, können Leitungslängen optimiert werden.
  • Dachform: Pult- oder Satteldach sind die einfachsten und günstigsten Dachformen. Wenn die Spannweite nicht zu groß ist, kommt die Dachkonstruktion auch günstiger.
  • Ausbau: Einsparung ohne Qualitätsverlust
  • Bei fast allen Bauteilen steht man vor der Entscheidung zwischen günstigen und teuren Lösungen. 
  • Fenster: Soll man die günstigen Fenster oder die teuren Fenster nehmen? 
  • Bodenbelag: Den billigen Bodenbelag oder den hochpreisigen? 
  • Bausubstanz: Auf keinen Fall sollte die Qualität des Hauses beeinträchtigt werden und schon gar nicht die „Bausubstanz“. 
  • Eine hochwertige Bauweise punktet durch ein besseres Raumklima und der Wert des Bauwerks und bleibt über 50 bis 75 Jahre erhalten.

Ausbau: Einsparung ohne Abstiche bei Bauqualität

Dennoch kannst du dich bei manchen Punkten getrost für die günstige Variante entscheiden, ohne das die Qualität darunter leidet. Vor allem bei Dingen die sich später in weiteren Ausbauschritten noch nach Belieben austauschen lassen.

Baukosten pro Quadratmeter Einsparungen Bauqualitaet
Die Grenzen zwischen Rohbau und Ausbau sind fließend: Deshalb gilt es bei den Baukosten pro Quadratmeter peinlichst auf alle Details zu achten
  • Fußbodenbeläge können sehr stark im Preis variieren. Günstige Alternativen zu den klassischen Belägen sind beispielsweise Industrieparkett, Industrieestrich, Estrich mit Anstrich oder Linoleumboden. Aber auch Eichenvollholzdielen können günstig sein. Vergleichen lohnt sich. Und die Qualität muss nicht schlecher sein als bei teuren Designerböden.
  • Fliesen: Gefliesten Bereiche in Bad und WC können auf das notwendigste reduziert werden. Eine günstige Lösung ist es, in weniger kritischen Bereichen die Wände nicht zu verfliesen, sondern wasserdicht zu streichen.
  • Bei der Einrichtung von Küche und Bad kann ebenfalls viel gespart werden. Die Bausubstanz wird nicht beeinträchtigt und ein späteres Nachrüsten ist immer möglich.
  • Fenster: besser wenige große Fenster als viele kleine und unterschiedliche Fenster. Nicht sparen solltest du hingegen bei der Qualität der 2-fach oder 3-fach Verglasung und den Fensterrahmen.
  • Decken- und Wandoberflächen können auch offen und unverputzt bleiben. Das spart viel Geld. Sichtbetondecken oder sichtbare Holzbalkendecken machen dazu auch optisch was her. 
  • Innenwände aus Gipskarton können günstiger sein als massive Innenwände. Wenn der Trittschallschutz der einzelnen Räume nicht ganz so wichtig ist, dann können die Gipskartonwände auch auf den fertigen Boden gestellt werden und die Raumaufteilung bleibt flexibel. 

Einsparung durch Eigenleistung und stufenweisen Ausbau

Je nachdem wie deine Bereitschaft und Befähigung ist die Planung und den Hausbau selbst zu organisieren und wieviel Zeit du dafür investieren möchtest, kannst Du durch Eigenleistung und stufenweisen Ausbau richtig viel Geld sparen. Das drückt wiederum die Baukosten pro Quadratmeter. 

Preisvergleich: Massivhaus, Fertighaus und Architektenhaus

Die untenstehende Tabelle vergleicht einmal grundsätzlich die Baukosten pro Quadratmeter beim Hausbau. Es ist ziemlich gut sichtbar, das der Fertighausbau keinen Preisvorteil gegenüber dem Bau eines Massivhauses hat – eher ganz im Gegenteil: Durch die hohe Nachfrage in den vergangenen Jahren und dem sogenannten „schlüsselfertigen Bauen“ sind die Baukosten höher als bei den anderen Hausbau-Arten.

Wer sich also um „nichts mehr“ selbst kümmern will, der zahlt einen deutlich höheren Preis für den Bau seines Hauses „aus einer Hand“. Dabei vergibt das Bauunternehmen oder der Anbieter eine ganze Reihe der Gewerke als Auftrag an externe Unternehmen, da er schließlich nicht alles selbst ausführen kann.

Wenn es um die Beurteilung der Kosten für ein Einfamilienhaus geht, sind immer wieder die Baukosten pro Quadratmeter entscheidend. Das ist die wesentliche Kenngröße, die jeder Bauherr zur Beurteilung heranziehen sollte. 

Ein Rechenbeispiel: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus soll 150 qm Wohnfläche mit 80 qm Keller enthalten. So können wir großzügig rechnen: 230 qm x 2000 Euro/qm = 460.000 Euro.

In der obigen Rechnung ist ein durchschnittliches Haus mit mittlerer Ausstattung komplett fertig mit dem Baustandard des Jahres 2020 gerechnet.

Hausbau Art Baukosten pro Quadratmeter
Architektenhaus (Smart Home) 1800 bis 2500 Euro
Massivhaus (kein Smart Home) 1650 bis 2250 Euro
Fertighaus (teilweise Funk-Lösung) 2250 bis 3500 Euro
Fertighaus - Baukosten pro qm
Ein Fertighaus wird in wenigen Tagen errichtet und ist in der Regel teurer als ein Massivhaus. Die Zeiten sind längst vorbei, wo der Quadratmeter Hausbau in dieser Bauweise am günstigsten ist
Fertighaus in Einzelteilen mit Holzwänden auf einem LKW
Fertighaus vom LKW: Wände und Decken aus Holz werden in einer Fabrik nach Maß vorgefertigt. Die Kabel für Elektrotechnik und Smart Home müssen wie beim Massivhaus vor Ort installiert werden
Massivhaus eines Bauträgers - Baukosten pro qm
Reihenhaus in Massivhaus-Bauweise. Der Wandaufbau besteht meistens aus klassischen Ziegeln oder Kalksandsteinen und hält für viele Jahrzehnte

Warum kleines Haus teurer wie großes Haus?

Wir sehen es immer wieder und für viele ist sicherlich die Feststellung auch nicht neu: Ein kleines Haus kostet pro Quadratmeter mehr als ein großes Haus. Es geht also wieder um die Baukosten pro Quadratmeter. Woran das liegt? Zum einen wird die Infrastruktur und Technik pro Quadratmeter (das betrifft die gesamte Haustechnik, Heizung, Lüftung, Verschattung, Beleuchtung etc.) gerechnet etwas günstiger, wenn sie auf mehr Fläche oder Volumen ausgerollt wird. Zum anderen fallen auch die Kosten für die Teilgewerke etwas günstiger aus. Das ist zumindest unsere Erfahrung.

Genaue Zahlen dazu folgen hier in Kürze, wenn wir das Rechenbeispiel dazu aufgestellt haben.

Warum Baukosten überall in Deutschland gleich sind

Auch wenn es für die meisten auf den ersten Blick nicht logisch erscheint, was die Baukosten in Deutschland anbelangt. Das Baumaterial (Ziegel, Beton, Kalksandstein etc.), die Ausstattung (Fenster, Türen, Innenausbau etc.) und die Arbeitsleistung kosten in Deutschland überall gleich. Das ist unsere Erfahrung aus vielen Projekten und Regionen, wo wir die Preise miteinander verglichen und analysiert haben. 
Während im Süden Deutschlands (wo wir zuhause sind) die Preise für Baumaterial etwas günstiger sind als im Norden und Osten Deutschlands, so fallen die Arbeitskosten etwas höher aus. 

Fazit: In Summe kostet Hausbau bzw. der Bau eines Einfamilienhauses bei gleicher Ausstattung in allen Regionen Deutschlands in etwa das gleiche. Das bringt der Wettbewerb unter den Bauunternehmen mit sich. 

Ein Vergleich der Baukosten pro Quadratmeter mit unseren Nachbarländern zeigt: In Österreich ist Hausbau teurer und in der Schweiz wesentlich teurer als in Deutschland. Selbst in Italien zahlt man als Bauherr mehr für die Errichtung eines Einfamilienhauses – immer wieder im Hinblick auf die „Baukosten pro qm“ betrachtet.

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